Christinas Schweizer Blog für Nachhaltigkeit

Luxus: Taschentücher
Bei vielen Dingen, die wir uns täglich leisten, merken wir gar nicht mehr was für einen Luxus sie darstellen, z.B. Taschentücher oder auch Klopapier. Ich brauche gerade ziemlich viele Taschentücher, da mich die Grippe erwischt hat. 38 Grad Fieber, tropfende Nase, Husten, was für eine Wohltat, wenn man die geplagte Nase in ein frisches weiches Taschentuch schnupfen kann. Meine sind aus 100% Recycling Papier, genau wie mein Klopapier. So kann ich wenigstens sicher sein, dass wegen meinem Schnupfen keine Urwaldbäume abgeholzt werden. Laut Greenpeace werden 40% des Holzes aus Urwald Kahlschlag zu Klopapier verarbeitet. Wir wischen uns mit dem Urwald den Hintern ab!

http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/

Ob ich das allerdings glaube, weiß ich nicht:

“Nach den USA, China und Japan ist Deutschland der viertgrößte Papierproduzent der Welt (2006).”

Nach meinen langjährigen Erfahrungen in Finnland glaube ich doch, dass die Finnen mehr Papier produzieren als wir. Allerdings blickt man bei den Eigentumsverquickungen bei Firmenkonglomeraten ja auch kaum noch durch. Aber bei UPM Kymmene, Metso, M-Real und Stora Enso mit rund 100.000 Mitarbeitern würde es mich wundern, wenn wir gleichwertiges zu bieten hätten. Und zum Beispiel gehört das Papierwerk in Karlsruhe Stora Enso und die Heuschrecken von UPM haben ja letztens im Badischen zugeschlagen:

Die vor 130 Jahren gegründete Papierfabrik Albbruck ist das größte Unternehmen der Gemeinde am Hochrhein und einer der ältesten Industriebetriebe der Region. Der finnische Papierkonzern UPM hatte sie Ende 2010 übernommen. Ende November 2011 hatte UPM die endgültige Schließung bekanntgegeben. Nach Angaben von UPM schließt das Werk, weil es nicht wirtschaftlich genug ist. Ein Investor wurde nicht gefunden.

http://www.swr.de/swrinfo/nachrichten/bw/stuttgart/-/id=1790016/nid=1790016/did=9146790/1m02j9g/index.html

Glaubwürdiger klingt allerdings die Annahme, das UPM einen Konkurrenten auf diese Art ausschalten wollte. Enttäuschend!

3 thoughts on “Christinas Schweizer Blog für Nachhaltigkeit

  1. Ein Blick in Wikipedia bestätigt das mit dem 4. Platz für Deutschland

    Ein Drittel der Kapazitäten für die Papierproduktion weltweit entfällt auf die europäische Papierindustrie. Die deutsche Papierindustrie ist dabei die Nr. 1 in Europa und nach den USA, China und Japan die Nr. 4 weltweit
    http://de.wikipedia.org/wiki/Papier
    allerdings ist im Artikel keine Quellenangabe vermerkt.

    Und hier steht es ähnlich:
    http://www.igbce.de/portal/site/igbce/menuitem.3b49b1a329c54bbdd16955cbc5bf21ca/
    Könnte also durchaus was dran sein.

    Unter dem letzten Link habe auch diese köstliche Behauptung gefunden:

    “Papier ist ein nachhaltiges Produkt. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz) und erneuerbaren Rohstoffen (Altpapier) hergestellt. Papierprodukte speichern über den Altpapierkreislauf CO2 und tragen so aktiv zum Klimaschutz bei.”

    Auf die Idee muss man erst mal kommen.

    Habe gerade gelesen, dass die Stadt Freiburg für die dienstlichen Flugreisen der Beschäftigten über die Organisation Atmosfair eine CO2-Kompensationszahlung leistet. Hier kann man sich auch ausrechnen lassen was so ein Flug mit der ganzen Familie nach Indien an Kompensation kosten würde:
    https://www.atmosfair.de/emissionsrechner/rechner/
    Also kaum mehr als die Hundesteuer incl. Zweithund für ein ganzes Jahr!
    Selten war ein gutes Gewissen so günstig zu haben.

    Have a nice Ferienday 🙂

    • danke für die Recherche!
      Kommt natürlich auch drauf an auf was die Statistik basiert und welchen Begriff man verwendet. Bei holzverarbeitender Industrie findet sich folgendes:

      http://de.statista.com/statistik/faktenbuch/96/a/branche-industrie-markt/holzwirtschaft/holzindustrie/

      Daten & Fakten zur Holzindustrie
      Die Unternehmen der Holzindustrie bearbeiten und verwerten den Rohstoff Holz. Zur Holzindustrie werden die Bereiche Holzhandel, Sägeindustrie, Holzwerkstoffindustrie, Zellstoff- und Papierindustrie, Furnierindustrie und der Möbelbau gezählt.
      Die Holzindustrie beschäftigte laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2009 insgesamt 155.804 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 28,8 Milliarden Euro erwirtschafteten. 7,2 Milliarden Euro Umsatz wurden durch den Export von Holzprodukten erzielt. Wichtigste Exportländer waren 2009 Frankreich, die Niederlande und Österreich. Das wichtigste Exportgut der Branche sind Holzhalb- und Holzfertigwaren. Die Holzindustrie produzierte im Jahr 2008 rund 38 Millionen Kubikmeter Holzhalbware. Den höchsten Anteil hatte dabei die Schnittholzproduktion mit mehr als 23 Millionen Kubikmetern. Laut Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie lag die Ausfuhr von Laubschnittholz im gleichen Jahr bei knapp 750.000 Kubikmetern. Das sind knapp 200.000 Kubikmeter mehr als sechs Jahre zuvor.

      Das Interesse an der Holzindustrie wird laut Bundesverband für Säge- und Holzindustrie Deutschland (BHSD) wachsen. Steigende Energiepreise und Klimaschutzbemühungen führen nach Verbandsangaben dazu, dass der nachwachsende Rohstoff Holz als Brenn- und Baustoff immer attraktiver wird.

      • Sieht bei der FAO schon auch so aus. Die Frage ist eben auch, wie sich das errechnet. Ist die Produktion auf deutschem Boden oder von deutschen Firmen eingerechnet… Muss mal meinen hauseigenen Forstwissenschaftler fragen, wenn er aus Genf zurück kommt…

        DEUTSCHLAND 2001 – 2010
        Paper and paperboard Metric ton 17,879 18,526 19,310 20,391 21,679 22,656 23,317 22,828 20,870 23,202
        Newsprint Metric ton 2,046 2,026 2,251 2,403 2,451 2,365 2,333 2,340 2,126 2,258
        Printing and writing paper Metric ton 6,877 7,043 7,387 7,881 8,233 8,346 8,609 8,372 7,163 7,981
        Other paper and paperboard Metric ton 8,956 9,457 9,672 10,107 10,995 11,945 12,375 12,116 11,581 12,963
        Quelle: http://www.fao.org/forestry/country/57025/en/deu/

        FINNLAND 2001 – 2010
        Paper and paperboard Metric ton 12,502 12,789 13,058 14,036 12,391 14,189 14,334 13,126 10,602 11,759
        Newsprint Metric ton 1,296 1,008 946 723 520 585 548 501 136 200
        Printing and writing paper Metric ton 7,659 8,084 8,318 9,465 8,296 9,208 9,220 8,334 6,720 7,266
        Other paper and paperboard Metric ton 3,547 3,697 3,794 3,848 3,575 4,397 4,566 4,291 3,746 4,293
        Quelle: http://www.fao.org/forestry/country/57025/en/fin/

        Danke für das geniale Zitat – klar, wenn wir uns statt mit Klopapier mit Plastikrechtecken den Hintern abwischen würden wäre die Kohlenstoffbilanz sicher schlechter. Das Ergebnis aber wahrscheinlich auch!:) Ich geh jetzt mal raus Sonne tanken. Das kann nie schaden!

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