Weihnachten steht vor der Tür…

14.12.2011 heute.de

+++ Guten Gewissens schmausen+++

Auch der Festtagsbraten schlägt in der Klimabilanz zu Buche

Was wir essen, trägt durch seine Ökobilanz zum Klimawandel bei – mal mehr, mal weniger. Bleibt die Frage: Ist der ökologisch korrekte Weihnachtsschmaus besser bio oder nicht?

“Bei den verschiedenen Wertschöpfungsketten steht Fleisch in der Ökobilanz am schlechtesten da”, sagt Kirsten Wiegmann vom Öko-Institut in Darmstadt. Seit vielen Jahren forscht die Geoökologin und Energiewirtin über die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und dem Klimawandel. “Unterm Strich können wir festhalten, dass etwa 15 Prozent von dem, was der Bundesbürger an Treibhausgasen verursacht, aus unserer Ernährung stammen”, sagt Kirsten Wiegmann. Wer viel Fleisch isst, verursacht mehr, wer seinen Schwerpunkt eher auf Gemüse legt, lebt umweltschonender.
“Bio-Produkte stehen in der Klimabilanz grundsätzlich besser da als konventionell erzeugte Lebensmittel”, sagt Kirsten Wiegmann. Grund dafür sind unterschiedliche Herangehensweisen der Landwirte. “Beim Bio-Anbau von Gemüse und Getreide kommen keine Mineraldünger zum Einsatz. Diese sind in der Herstellung extrem energieaufwändig. Bei der Bio-Zucht von Vieh verfüttern die Landwirte weniger Kraftfutter, wodurch die Tiere länger gehalten werden bis sie das gleiche Gewicht haben. Dafür brauchen sie zwar mehr Futter, aber da das aus dem Ökoanbau stammt, hat es geringere Vorleistungen als das konventionelle.”

Wer einen Schritt weiter gehen möchte beim ökologisch korrekten Festtagsbraten, macht sich auf die Suche nach Fleisch von Tieren, die in der Landschaftspflege eingesetzt werden: Schafe. “Tiere aus Herden, die als natürliche Rasenmäher übers Land ziehen, bekommen kaum zusätzliches Futter. Außerdem führen sie angesichts artgerechter Freilandhaltung ein vergleichbar glückliches Tierleben”, sagt Kirsten Wiegmann.
Genauso gut und vor allem leichter erhältlich ist noch eine weitere Fleischsorte: Wild aus heimischen Wäldern. “Wildschweine und Rehe leben natürlich unter Idealbedingungen, was die Ökobilanz angeht”, sagt Kirsten Wiegmann. Keinerlei Aufwand für Nahrung und Haltung, keine aufwändige Bewirtschaftung von Weideflächen. “Wer dann auch noch lange Transportwege für den Wildbraten ausschließen möchte, fragt einfach bei einem Forstamt in der Nähe, welcher Jäger gerade Wild im Angebot hat.”

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