Epigenetik und Raucherprävention

Letztens war ich mit den Oberstufenschülern am Max-Planck-Tag des Instituts für Immunbiologie und Epigenetik (http://www.mpg.de/153825/immunbiologie). Hochinteressant. Vieles was man zu meinen Schulzeiten als Umwelteinfluss angesehen hat fällt heute unter das Thema Epigenetik. Was ist Epigenetik? Einfach gesagt: die Modifikation des Aktivitätsmusters unseres Genoms durch Ab- oder Anschaltung einzelner Gene.

http://www.max-wissen.de/Fachwissen/show/0/Heft/Epigenetik.html

Ein Beispiel: Frauen, die im 2. Weltkrieg schwanger waren und unter einer Hungersnot leiden mussten bringen Kinder zur Welt, deren Körper auf “Hunger” programmiert ist. Also ist die Stoffwechselaktivität so reguliert, dass sie gut mit Hunger klar kommen – sehr gute Verwertung von Nährstoffen also. Wenn sie dann in einer Gesellschaft mit Überfluss leben, dann haben sie ein erhöhtes Risiko in jungen Jahren an Diabetes zu erkranken. Das liegt daran, dass der Hunger in der Embryonalentwicklung die Weichen dafür gestellt hat, dass bestimmte Gene aktiviert bzw. inaktiviert wurden. Dieses Aktivierungsmuster wird dann interessanterweise auch an die nächste Generation weitergegeben. Also das Genom wurde nicht durch Mutation verändert, aber das Aktivierungsmuster der Gene. Ähnlich kann man sich auch vorstellen, dass ein Kind einer rauchenden Mutter ein Raucheraktivierungsmuster aufweist, obwohl es in seinem weiteren Leben vielleicht selbst nie rauchen wird. Alles natürlich vereinfacht dargestellt. Das heißt, dass Lamarck vielleicht doch nicht ganz unrecht hatte mit dem Gedanken, dass unsere Lebensweise sich auch auf unser Aussehen oder unsere Weiterentwicklung auswirken kann und zwar schneller als die Mutationsrate oder schneller als uns lieb ist. Da fragt man sich, was Technologie und Fortschritt so alles bei uns aktivieren oder deaktivieren können.

Apropos Rauchen: heute war ich mit den 7. Klässlern an der Uniklinik bei der Raucherprävention. Das ist eine sehr eindrückliche Veranstaltung, bei der drei Mediziner/Psychologen über verschiedene Aspekte des Rauchens sprechen. Zum Schluss kommt immer noch ein Lungenkrebspatient, der interviewt wird und auch Schülerfragen beantwortet. Das ist mit das eindrucksvollste an der Veranstaltung. Demletzt haben wir in der Schule einen Film mit dem Titel “soviel lebst du” angeschaut, in dem aufgerechnet wird, wie viel wir in unserem Leben essen, Sex haben, Wasser verbrauchen…

http://www.youtube.com/watch?v=PPsYSbuEfO4

Eine Aussage des Films, die die Schüler mit am meisten erstaunt hat war die Tatsache, dass der durchschnittliche Deutsche 88.000 Zigaretten in seinem Leben raucht. Für mich muss also irgend jemand 176.000 Zugaretten rauchen. Chapeau!

Auf dem Rückweg sagte eine Schülerin zu mir. “Na, so ist das eben bei normalen Menschen. Aber Sie sind ja nicht so richtig normal. Sie sind ja Lehrerin.” Wo sie recht hat…

Weitere interessante Links:

Shopping Kultur: Die Erziehung zum pervertierten Konsum:

http://www.youtube.com/watch?v=CAH0pIUVVyU&feature=related

Und Tetra Pak – ein Skandal:

http://www.youtube.com/watch?v=ABNjC0uNNMo&feature=related

 

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