Klimaticker – Vulkane

Vulkane sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor in der Klimarechnung. Unter dem Yellowstone Nationalpark lauert zum Beispiel ein “Supervulkan”, dessen Ausbruch schon lange überfällig ist (siehe BBC Docu-Drama: http://www.youtube.com/watch?v=WF-RKzqNtz0) und vor den hawaiianischen Inseln wird sich irgendwann mal Lōʻihi erheben, die neue Insel (http://de.wikipedia.org/wiki/L%C5%8D%CA%BBihi), die aber nun auf den Kanaren überholt wird von El Hierro. Wenn so ein Vulkan ausbricht, dann wird es vielleicht plötzlich düster und kalt statt wärmer…

Magma und Gase vor den Kanaren

Unterwasser-Vulkan bricht aus

In 1500 Metern Tiefe droht vor der Kanarischen Insel El Hierro ein Vulkan auszubrechen. Die Behörden haben begonnen, Einwohner und Touristen aus der besonders gefährdeten Gegend in Sicherheit zu bringen. Es ist bereits Magma ausgetreten, die ausströmenden Gase lassen die Fische sterben.

Welt Online

 07.11.2011

Foto: dpa Zunächst sah der Vulkan wie ein Whirlpool mitten im Meer aus. Doch das waren Gase, die aus dem aufbrechenden Meeresboden herausströmten.

  • El Hierro
    Foto: picture-alliance/ dpa-Grafik/dpa-Grafik 

    Vor der Kanareninsel rumort ein Unterwasser-Vulkan

    Seit Monaten kommen die Einwohner von El Hierro nicht zur Ruhe: Vor der Insel entstand ein Vulkan. Und der könnte nun auch noch ausbrechen

    Urzeitliches Spektakel vor der Küste der kanarischen Insel El Hierro: Schon seit Ende Oktober herrscht hier Unruhe – Rund 2,5 Kilometer vom Land entfernt spuckt das Meer Gesteinsbrocken in die Luft. Asche und Schlacke verfärben das Wasser grau, braun und grün. Tote Fische treiben auf der Wasseroberfläche. Mehr als 10.000 schwächere Erdbeben hielten die etwa 11.000 Insulaner zudem seit Mitte Juli in Schach.

    Am Wochenende verzeichnete die kleinste der Kanareninseln dann zwei Beben in der Stärke von 3,9 und 4,4. Die Regionalregierung hat daraufhin Häuser evakuiert und Straßen gesperrt. Die spanische Regierung schickte vorsorglich Zelte, eine Feldküche und mobile Toiletten auf die Insel, um im Notfall über 2000 Menschen versorgen zu können.

    Was passiert hier? Bei El Hierro wird ein Vulkan geboren. Anfang Oktober hatte ein Magma-Ausbruch auf dem Meeresboden eine vulkanische Erhebung im Atlantik aufgeschüttet. Die Besatzung des spanischen Forschungsschiffes „Ramón Margalef“ entdeckte den Unterwasser-Vulkan in 300 Metern Tiefe und vermaß das Gebilde mit Hilfe von elektroakustischen Geräten.

Der Supervulkan im Yellowstone (http://www.naturgewalten.de/2yellowstone.htm)

Nicht so bekannt ist etwas anderes: Unter dem Yellowstone Park und damit mitten unter den USA lauert ein gewaltiger Supervulkan – ein schlafender Riese, dessen Ausbruch weite Teile der Vereinigten Staaten verwüsten würde. Dagegen wäre der Ausbruch des berühmten Mount St. Helens im Jahre 1980 harmlos. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die Bezeichnung “Supervulkan” umstritten ist. Sie wurde im Jahre 1999 von Redakteuren der BBC eingeführt, ist aber nicht klar definiert. Ein Wissenschaftler der Universität von Nebraska fand zahlreiche Tierskelette, unter anderem Nashörner, die vor 10 Millionen Jahren alle nahezu gleichzeitig und nicht an Altersschwäche gestorben waren, sondern an einer Lungenkrankheit, die durch vulkanische Asche ausgelöst wurde. Die Ascheschicht war hier bis zu 2 Meter dick. Auch im 1.600 Kilometer entfernten Idaho hat zur selben Zeit ein Vulkanausbruch Spuren hinterlassen, die Geologen keinem Vulkan in der Nähe zuordnen konnten. Ein Vergleich der chemischen Zusammensetzung der Vulkanasche ergab eine völlige Übereinstimmung der Proben aus beiden Bundesstaaten. Damit war klar, dass damals ein gewaltiger Supervulkan ausgebrochen sein muss.
Der Unterschied zu einem normalen Vulkan ist die Bildung einer gewaltigen Magmakammer unter der Erde, wenn die aufströmende Magma nicht gleich an die Oberfläche vorstoßen kann. Über lange Zeit baut sich ein enormer Druck auf. Bei einem Ausbruch werden daher große Mengen am Magma frei und es bildet sich ein riesiger Krater, die so genannte Caldera. Der bisher letzte Ausbruch eines Supervulkans ereignete sich vor etwa 74.000 Jahren auf der indonesischen Insel Sumatra (Toba). Weltweit gibt es nur wenige Supervulkane, darunter der Yellowstone.
Die Caldera im Yellowstone blieb zunächst unentdeckt, bis die NASA eher zufällig eine neue Infrarotkamera ausgerechnet über dem Park testete. Der Krater ist etwa 70 Kilometer lang und rund 30 Kilometer breit. Untersuchungen der Ascheschichten ließen auf drei Ausbrüche schließen. Eine große Eruption ereignete sich vor etwa 2 Millionen Jahren, die zweite vor gut 1,2 Millionen Jahren und die dritte vor 600.000 Jahren. Es ergab sich ein Zyklus von rund 600.000 bis 650.000 Jahren.
Schien der Vulkan vor einigen Jahrzehnten praktisch erloschen, sieht man dies heutzutage anders. Höhenmessungen aus dem Jahre 1923 wurden mit neueren Werten verglichen: Im Nordteil hebt sich der Park erheblich und er bekam inzwischen eine solche Schieflage, dass der See im Südteil über die Ufer trat. Die Ursache wird in der Ausdehnung der Magmakammer vermutet, deren Ausbruch möglicherweise längst überfällig ist. Damit stellten sich viele Fragen zum möglichen nächsten Ausbruch…
Die Magmakammer befindet sich rund 8 Kilometer unter der Erdoberfläche. Mit 22 Seismographen, deren Werte an die Universität von Utah gemeldet werden, hat man nun in jedem Jahr hunderte kleine Erdbeben im Yellowstone gemessen. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Erdbebenwellen in den Gesteinsschichten zeigten dann die Größe der Magmakammer an. Sie ist etwa 40 bis 50 Kilometer lang, 20 Kilometer breit und 10 Kilometer dick. Das Ausmaß eines möglichen Ausbruchs wäre verheerend. Bisher hat aber noch kein Wissenschaftler den Ausbruch eines Supervulkans erlebt. Extrem wären auch die globalen klimatischen Auswirkungen, wie sich nach dem Ausbruch des Toba auf der indonesischen Insel Sumatra vor 74.000 Jahren mit einer durchschnittlichen Abkühlung um mehrere Grad zeigte.
Ausgelöst werden könnte ein solcher Superausbruch möglicherweise durch ein starkes Erdbeben. Solche Beben kommen in dieser Region immer wieder vor, zuletzt am 30. Juni 1975 mit der Stärke 6,1 und davor am 18. August 1959 mit der Stärke 7,5 auf der Richter-Skala. Beide Erdbeben hat der Park ohne einen Ausbruch des Vulkans überstanden, aber niemand weiß, ob das beim nächsten Beben auch der Fall ist. Der nächste Ausbruch kommt bestimmt – nur weiß niemand, ob in der kommenden Woche oder erst in tausenden Jahren.

Ende Dezember 2008 und Anfang Januar 2009 wurden im Bereich des Yellowstone Parks mehr als 250 schwache Beben registriert. Allerdings ist die Ursache dafür bisher unbekannt.

http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/recenteqsus/Maps/special/Yellowstone_eqs.php

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