-Klimaticker-

War heute auf der Mundologia. Den Vortrag hielt Greenpeace Fotograf Markus Mauthe mit dem Thema Wildes Europa. Wildes Europa gibt es allerdings leider nur noch in der Peripherie, meist ganz im Norden und eher im Osten. Bedauerlich! Was wir hier als schön empfinden sind meist lang bewirtschaftete Wälder. Von den natürlichen Buchenwäldern ist in Deutschland nur noch wenig übrig. Trotz 300 Jahre nachhaltige Waldwirtschaft dank Carl von Carlowitz! Markus Mauthe plädierte sehr eindringlich dafür, der Natur Chancen zu lassen, nicht nur in den 1% Wäldern, die bei uns unter Schutz gestellt sind. Sein eindringliches Plädoyer für den Wolf sprach mir sehr aus dem Herzen!!!

Der Wolf als Angstmacher ist doch nur was für Künstler! Stimmt’s, Mai?

“Der Wolf ist omnipräsent”, sagen Sarah Cooper und Nina Gorfer über ihre Arbeit in Kirgisistan. In der jungen Demokratie erleben archaische Riten seit dem Zerfall der Sowjetunion eine Renaissance. Der Wolf, der wandernde Jäger, ist ein Sinnbild für das Leben der Nomaden. In den Bildern der Künstlerinnen ist er die Gefahr, die man nicht sieht, nur spürt. Sechs Wochen war das Duo unterwegs, um die Geschichten der Kirgisen zu sammeln und abzubilden. Ihr Buch My Quiet of Gold ist bei Gestalten erschienen. Die Ausstellung ist bis 27.11. in Berlin zu sehen.

http://www.zeit.de/reisen/2011-10/fs-kirgistan-2/seite-1

04.11.2011

Erderwärmung – düstere Nachrichten

Rasanter CO2-Anstieg schockiert Klimaforscher

Von Gerald Traufetter und Christian Schwägerl

Vollversion: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,795873,00.html

Kohlendioxid-Ausstoß: Schlimmer als alle Prognosen
REUTERS

Die internationale Klimapolitik hat auf breiter Front versagt: Der CO2-Ausstoß ist von 2009 bis 2010 viel stärker gestiegen als prognostiziert. Das Ziel von maximal zwei Grad Erderwärmung wird zur Illusion – und das Interesse der Politiker an einem Kurswechsel versiegt.

 “Das Interesse in Berlin und anderswo hat sich merklich abgekühlt”, sagen Atmosphärenforscher. “Weil auch die Bürger sich abwenden, besteht für die Politiker folglich kein großer Handlungsdruck.”

Doch die herrschende Gleichgültigkeit steht im krassen Gegensatz zu den düsteren Fakten: Nach neuesten Berechnungen des US-Energieministeriums steigt der CO2-Ausstieg rasant: 1900 Millionen Tonnen mehr Treibhausgas quoll im vergangenen Jahr aus Schornsteinen, Auspuffen oder Ackerflächen.

Eines belegen die neuen Zahlen eindrücklich: Die internationale Klimapolitik hat bisher auf breiter Front versagt. 1992, beim ersten “Erdgipfel” von Rio des Janeiro, lag die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre bei 360 parts per million (ppm). In den zwanzig Jahren seither ist sie bereits auf 390 ppm geklettert – ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. Jahr für Jahr verhandeln Vertreter aus fast 200 Staaten darüber, welche Länder ihren Ausstoß an Treibhausgasen wie stark reduzieren müssen. Es sind Mega-Events – die Ergebnisse aber bleiben mager. Und die Erwartungen an die 17. Weltklimakonferenz in Durban sind so niedrig wie kaum zuvor.

Ein Ziel ist den Wissenschaftlern heilig: Ab 2020 dürfe der Ausstoß an Treibhausgasen nicht weiter steigen. “Ansonsten ist es praktisch ausgeschlossen, dass wir das Zwei-Grad-Ziel bis zum Ende des Jahrhunderts einhalten werden”, erklärt der Meteorologe. Eine Zahl ist dabei entscheidend: 1000 Gigatonnen. Das ist die Gesamtsumme an Kohlenstoff, die die Menschheit noch produzieren darf, um nicht über das Zwei-Grad-Ziel hinauszuschießen. Wenn die Zunahme der Weltmitteltemperatur diesen Wert überschreitet, dann sind drastische Klimaveränderungen und langfristig unumkehrbare Prozesse wie das komplette Abschmelzen der Gletscher auf Grönland kaum noch aufzuhalten. “Wann wir diese 1000 Gigatonnen freisetzen, ist aus Sicht der Erdatmosphäre eigentlich egal”, sagt Marotzke. “Doch je mehr wir jetzt von diesem Kuchen wegknabbern, desto stärker müssen wir später einsparen.” Was den Max-Planck-Direktor so pessimistisch macht, ist die deprimierende Einsicht, dass jeglicher Erfolg von Einsparmaßnahmen in den Industrieländern vom Wirtschaftsboom der Schwellenländer wie Indien und China praktisch über Nacht aufgefressen wird. “Damit sind wir beim CO2-Ausstoß auf einer Entwicklungsbahn, die das Zwei-Grad-Ziel immer mehr ins Illusorische rückt”, stöhnt Marotzke. Bis zum Jahre 2100, diese Folie wird er nächste Woche in Berlin ganz sicher den Ministeriellen zeigen, müssen die Emissionen nur noch zehn Prozent dessen betragen, was im Jahre 2000 ausgestoßen wurde.

Dabei steht für Marotzke fest: “Die physikalischen Gesetze funktionieren unbarmherzig weiter, egal was der Mensch tut oder lässt.”

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