Krieg um Wasser

Man sagt, dass die Kriege des 21. Jahrhunderts um Wasser geführt werden. Das kann man sich gut vorstellen, denn ohne Wasser können wir nur sehr kurze Zeit überleben. Unser Körper besteht ja hauptsächlich aus Wasser. Und im Zuge des Klimawandels wird sich der Wassermangel in vielen Regionen dramatisch verschärfen. Zum Glück nicht in unserer Region. Letztes Jahr habe ich in der Schule eine Projektwoche angeboten, schlussendlich hauptsächlich mit dem Thema Wasser. So hatte ich das gar nicht vorgehabt, aber man kann heute kaum noch Schüler mit wissenschaftlichen Themen hinter dem Ofen vorlocken und am Ende wurden zwei der angebotenen Projekte mit ähnlichen Themen zusammen gelegt. Sportangebote oder exotische Themen wie Robobabies wecken mehr Interesse als Themen, die die Denkfähigkeit stärker beanspruchen (ohne sagen zu wollen, dass die sportlichen oder anderen Angebote nicht sinnvoll wären, aber die Schüler suchen schon immer mehr gerne den Abstand zu akademischen Inhalten und Anstrengung, die damit verbunden ist). Aber immerhin waren es am Schluss sieben Schüler. Mit denen waren wir zum Beispiel im Wasserwerk in Ebnet.

In den Jahren 1873-1876 entstand das Wasserwerk Ebnet. Es liegt im Einzugsgebiet des Dreisamtals und fördert aus dem ca. 258 qkm großen Einzugsgebiet jährlich rund 11 Millionen Kubikmeter Grundwasser. Die Hochbehälter am Schlossberg und das 1896 fertiggestellte Wasserschlössle am Sternwald sichern die Versorgung rund um die Uhr. Sie dienen als Ausgleich zwischen dem hohen Wasserbedarf am Tag und dem geringen in der Nacht. Das nachts geförderte Wasser kann als Vorrat für den nächsten Tag gespeichert werden.

Das war total spannend, denn ich wusste gar nicht, dass aus dem Schwarzwald so viel Wasser nach Freiburg kommt, dass wir nur 3% davon nutzen. Trotz riesiger Verbrauchsmengen.

Also von Wasserknappheit kann man nicht reden. Die Wassersparsamkeit der Freiburger bringt auch Probleme mit sich. Wenn das Wasser in den Rohren nicht ausreichend fließt, droht es zu verkeimen und die Leitungen müssen kostspielig gespült werden. Das Wasser wird nicht gepumpt, sondern natürliches Gefälle wird für den Transport genutzt. Was auch clever ist, ist dass der Golfplatz bei Kappel direkt auf dem Gelände des Wasserwerks und der Zisternen liegt, so dass Beregnungswasser gleich wieder versickern und aufgefangen werden kann.

Beim Wasserwerk wird auch Solarstrom erzeugt:

http://regiosonne.solar-monitoring.de/regio/public/scfbn/wasserwerk_ebnet

Und es gibt einen Wasserweg mit vielen Infotafeln entlang der Dreisam:

http://www.ig-dreisam.de/dreisam/freiburgerwasserweg.html

Also seit ich im Wasserwerk war bin ich mit Leitungswasser nicht mehr so sparsam, denn der Witz ist: wenn wir immer mehr Wasser sparen, wird es immer teurer werden. Aber das gilt natürlich nicht überall, sondern hier in Freiburg.

Eins unserer Fundstücke aus der Dreisam:

Wir haben auch noch ein Wasserpraktikum zur Bestimmung der Gewässergüte der Dreisam und des Gewerbebachs gemacht.

Und dann haben wir uns auf den Spuren des Abwassers in die Kläranlage in Forchheim eingeschleust. Davon morgen mehr…

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