Montag und Dienstag abend

Die geballte Männerwelt schaut heute Abend Fußball (Mann, zwei Söhne und zwei Freunde, die demonstrativ eine Flasche Bier mitgebracht haben, andere schauen ein wenig leidend, denn das Bier fehlt). Der lokale Cidre wird mit leicht angewidertem Gesicht (“1 % Alkohol?”) mit Eiswürfeln akzeptiert. Gestern war der Älteste im Waldsee: “Was soll ich da eigentlich trinken?” Ich: “Kühles, klares Wasser aus dem Wasserhahn?” Er: “Ich nehm dann das Auto, wenn ich schon nichts trinken kann, dann kann ich gleich fahren.” Um 4 Uhr morgens kam er nach hause. Vorhin fragte ich ihn, wie er im Waldsee eigentlich seinen Flüssigkeitsspiegel reguliert hat. Antwort: “Gar nicht.” Ich sage: “Wie, gar nicht?” “Ja, ich war irgendwann so genervt, dass ich nichts essen oder trinken kann, dass ich abgehauen und im Auto mit lauter Mucke rumgefahren bin. Dann bin ich zu einer Freundin.” “Und hast Wasser getrunken?” “Nein, schwarzen Kaffee, die Milch war nicht aus dem Schwarzwald!” Später sagt er zu den Kumpels: “Alter, du merkst erst was für geile Restaurants es hier gibt, wenn du das alles nicht essen darfst. Und plötzlich riecht es überall nach Döner und nach Pizza…”

Die Tochter ist mit der Freundin babysitten bei Freunden. Ich war dagegen im Kino, mit sechs Frauen. Cairo Time – das Leben ist manchmal ein zu langer und zu ruhiger Fluß. Auch im Kino. Vorher habe ich im Edeka vor lauter Panik Cidre und Apfel-Birnen-Trauben Holundersaft von Perlmund in Buchenbach gekauft (was ist wenn ich Durst bekomme?). Und Trockenobst aus der Ortenau von der Hubermühle in Hohberg. Puh, das war knapp. Der Jüngste erzählt übrigens gerade am Telefon einem Kumpel von der Fußballtour im Stadion gestern…

UND: wir liegen voll im Trend!

“Auf den Bio- folgt nun der Regioboom. Und alle wollen dabei sein. So bietet Rewe Produkte “Aus unserer Region”, Lidl “Ein gutes Stück Heimat”. Bei Edeka steht “Bestes aus unserer Region” im Regal, bei Kaufland “Qualität aus Sachsen”, bei Tengelmann “Das Beste aus Bayern”. Doch wo Geschäfte zu machen sind, sind die Geschäftemacher zumeist nicht weit. Wir sind daher kreuz und quer durch Deutschland gefahren, von Neustrelitz in Mecklenburg bis Landsberg in Bayern, und haben uns das Angebot an “regionalen” Lebensmitteln angesehen.”

Schreibt der neue Ökotest.

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98284;bernr=04;co

Kommentar der Projektteilnehmer aus Littenweiler:

“Aber ich glaube, dass das, was in dem Heft steht, nix Neues für uns ist.
Schon klar, dass die eingelegten Mangos nicht aus Titisee kommen.”

Wir haben halt schon viel dazu gelernt die letzten zwei Wochen. Mündigere Verbraucher auf dem steinigen Weg nach – ja wohin eigentlich?

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