Slow Food – meine Bewegung oder Hunde mögen keinen Sellerie

mal ganz von vorne. Gestern gab es Sellerieschnitzel. Das lag daran, dass in der Gemüsekiste ein Knollensellerie lag – Überraschung! Was macht man damit? Die Rezeptvorschläge halfen weiter. Sellerie schälen, in 1cm dicke Scheiben schneiden, in Salzwasser weichkochen, panieren und braten. Lecker (fanden wir Großen)! Ganz ok fand die Jugend. Dazu gab es wieder mal Reste. Die Reste vom Duftreis tags vorher mit angebratenem Paprika, Zwiebeln, Karotten, Zucchini und süßer Sojasoße. Coole Kombi! Wir sind ja immer noch in der Aufbauphase des Experiments – ihr erinnert euch, Start ist der 5.9. Heute gab es grüne Bohnen – auch eine Überraschung aus der Kiste. Einfach die Enden abschneiden, dritteln oder vierteln, in der Pfanne anbraten mit wenig Öl bei geschlossenem Deckel, fein, ich mag Bohnen! Dazu Fleisch und Bratkartoffeln. Die Gemüsereste habe ich – Dank des Tipps meiner finnischen Freundin – hinterher in einen Topf mit Wasser geworfen und Gemüsebrühe davon gekocht. Das hilft auf das Würzpulver mit Soja und Meersalz zu verzichten.

Im Zuge der Umstellung war ich heute unterwegs bei Schwarzwaldmilch im Fabrikverkauf. Man sollte tatsächlich mindestens 15 Minuten früher da sein und was warmes anziehen:) Die Auswahl war ganz ok, obwohl wir die stärker verarbeiteten Leckereien vor oder nach dem Experiment essen müssen. Beimischungen sind halt immer ein Risiko, sogar das Obst und Zucker sowieso – unsere Ausnahme ist ja Salz. Danach war ich noch bei Raiffeisen und hab Gemüse, Käse und Brot aus Kiechlinsbergen gekauft. Die Dame fragte: Holzofenbrot mit oder ohne Kümmel? Oh man! Gut, dass ich eh kein Kümmel mag. Dann hab ich noch einen Riesenoleander für 10€ mitgenommen. Cool! Der muss ja zum Glück nicht regional sein…

Jetzt zum Slow Food. Gestern habe ich eine Rezension über das Buch Die Essensfälscher von Thilo Bode gelesen. Es geht um “Täuschung und Trickserei, wohin das Auge im Supermarkt auch schweift”. Genau! Entlarvt werden die Traditionslüge und die Bioillusion. Der amerikanische Publizist Michael Pollan hat nach Aussage der Artikelautorin gesagt:

“Kauf nichts, was deine Großmutter nicht als Nahrungsmittel erkannt hätte. Nichts, was Substanzen enthält, die kein normaler Mensch im Kühlschrank hat, und sowieso kein Produkt mit mehr als fünf Inhaltsstoffen”.

Ich glaube, das wird mein Mantra, wenn ich schon eins brauchen sollte. Spitze finde ich auch den hier zitierten Slow Food Ansatz, den ich schon kannte, aber von dem ich nicht wusste, dass ihn die Italiener erfunden haben! Slow Food ist “die Bewegung für den lustvollen Genuss regional erzeugter Lebensmittel”. Damit kann ich mich schon eher identifizieren. Lustvoll hat auch nichts mit Leid zu tun, was ich gut finde, denn Leute die leiden sind meist nicht gut drauf und müssen allen anderen erzählen, warum sie so leiden. Ich hab’s da lieber lustvoll, ganz ehrlich! Ach übrigens, zu den Bohnen kann man auch vom Kolben geschabten Reis und klein geschnittenen Schinken geben!

Und woher ich weiß, dass Hunde keinen Sellerie mögen? Unsere Hunde essen Karotten. Gestern habe ich in der Gemüsebrühe, die zugegebenermaßen sehr sellerielastig war, eine Karotte mitgekocht. Die habe ich heute beiden Hunden angeboten und beide haben dankend abgelehnt. Die haben auch noch viel dazuzulernen!

1 thought on “Slow Food – meine Bewegung oder Hunde mögen keinen Sellerie

  1. Liebe Annette,

    ich fühle mich ja nun im Geiste doch ein wenig verbunden und habe eben auf dem Stühlinger Markt viele leckere Sachen ausschließlich von hier gekauft. Dabei musste ich auch Abstriche machen: Der großartige Obatzter vom Käskessele ist mit Paprikapulver gemacht – Mist.

    Lieben Gruß und toitoitoi,

    Claudia

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