Landlust – Landfrust

Landlust, das ist der Titel des Überraschungserfolgsmagazins der letzten Jahre. Ist halt auch alles besser auf dem Land (klar, wie früher). Wobei ich im Ernst ein bisschen das Gefühl habe, das ist so wie mit einem Kochbuch. Man kauft es und isst sich schon an den Bildern satt. Wenn man mal nicht weiß was man kochen soll, schaut man rein und stellt fest, dass für jedes Rezept das in Frage käme mindestens die Hälfte der Zutaten fehlt. So geht es offensichtlich mir und auch Menschen in anderen Ländern:) Aber gestern habe ich ja schon mal eine Lösung zur Resteverwertung gepostet mit der Rezeptsuchmaschine. Sehr hilfreich ist auch die Rezeptesammlung aus der Obstkiste. Kommentar des Ältesten: “oh Gott, Kürbis!” Ich hatte mir eine Überraschungsregionalkiste zusammen stellen lassen. Badischer Hokkaido sozusagen!

Heute habe ich mir das Heft “Wie bei Muttern” gekauft und tatsächlich: da gibt es relativ viel was für uns in Frage kommt, weil Muttern hat viel Fleisch mit regionaler Beilage gekocht. Was ja nicht verkehrt ist. Ist wie auf dem Land – oder wie früher! Wenn bei mir dagegen Gäste kommen, ertappe ich mich dabei, dass die von mir gekochten Gerichte eigentlich immer aus der internationalen Küche kommen und ich regelmäßig ein Problem habe, wenn ich was typisch Deutsches kochen will.

Überhaupt – typisch Deutsch. Das ist ein echtes Problem für mich. In Finnland gab es z.B. so ein Schwanenlogo oder einen Schlüssel auf den Waren, die angezeigt haben, dass es sich um ein finnisches Produkt handelt.

Gutes aus Finnland

Made in Finland

Echt finnisch! Das geht noch. Echt deutsch! Das klingt irgendwie anrüchig, so als ob ich demnächst wie die Finnen oder die Amerikaner im Garten einen Fahnenmast aufstelle und an jedem staatlichen Feiertag die Landesfahne hisse. Ne! Auch der Begriff “Lokalisten” für Leute die Produkte der näheren Umgebung essen ist mir sofort (und das nicht nur wegen der gleichnamigen Internetplatform) suspekt. Hat was mit Dogma zu tun. Dogma ist anstrengend und meist auch missionarisch. Klimawandel hin oder her.

Irgendwie riecht das alles ein bisschen nach zurück zu den guten alten Zeiten. ABER: zugegebenermaßen, manches war da ja auch wirklich besser. Ich schau mir jetzt mal die Landlust näher an. Davon also gleich mehr!

Nochmal zu Dogma: also die Gengenbacher Nudeln und Eier, die Frau Müller auf dem Stühlinger Kirchplatz fand, gab es auch gestern im REWE. Hab dann erstmal wegen der Postleitzahl recherchiert ob es mehrere Gengenbachs gibt, aber es war das richtige.  Die Nudeln, die ich gekauft habe heißen “Badische Nüdeli” – besser geht es ja kaum. Ich ruf jetzt mal einfach nicht dort an und frage, woher der Hartweizengries für das Mehl kommt. Die Eier werden ja wohl schon eigene sein hoffe ich! Und hoffentlich auch die aus Bodenhaltung. Denn eigentlich kaufe ich immer nur Hartweizen- und keine Eiernudeln, denn die paar Eier die wir so kaufen sind ein Klacks im Vergleich zu dem (sorry) Flüssigeischweinkram, der zum Teil in Nudeln und anderen Produkten verwurstet wird.

Nochmal zwei Links zur Direktvermarktung:

Freiburg: http://www.frsw.de/direktvermarktung.htm

Ortenaukreis: http://www.ortenaukreis.de/media/custom/1619_560_1.PDF?1302590920

Landlust September/Oktober: im ersten Artikel lernt man, wie man Strohblumen herstellt und bindet. Sieht tatsächlich sehr hübsch aus, aber unser Jüngster hat eine Hausstauballergie und wir haben schon viele Staubfänger…Draußen verblassen sie auch so schnell. Dann kommen “Staudenwogen”. Mensch, so eine Sonnenbraut mit Flammenrand will ich auch! Kleiner Tipp: mal Sonnenbraut in die Googlebildersuche eingeben. Sehr hübsch. Also ich hab dieses Jahr Sonnenhut in gelb, violett und weiß gepflanzt und nun muss noch eine Sonnenbraut her. Leider ist unser Garten recht klein. Aber wir haben ein Gartenhofhaus, da passen auch noch Töpfe in den Innenhof! Der nächste Artikel ist über Gladiolen. Da geh ich maximal zum Selberschneiden – wie auch bei Tulpen und Sonnenblumen – dahin wo die Bordsteinschwalben jetzt nicht mehr sein dürfen (ihr wisst schon). Aber cool: ein Säulenapfel! Das ist mal noch was. Der könnte unserem Türkischen Hasel im Garten (vorgeschrieben von der Stadtverwaltung) und dem Gingko Gesellschaft leisten. Spalierobst… Sieht hübsch aus, aber bei unserer Fassade eher nicht. Und Zaunfläche haben wir zu wenig.

Die Kolumne Obsternte erzählt humorvoll vom Landfrust der ersten eigenen Zwetschgenernte mit anschließendem Einmachfestival. Schlusssatz: “ganze 67 Gläser Zwetschgenmus haben wir eingekocht, den Baum geleert und die Küche neu gestrichen.” Meine Friseurin hat mir Mittwoch auch ihr Leid geklagt vom Zwetschgeneinkochen und dem vielen Obst und Gemüse, dass ihre Eltern aus dem Selbstversorgergarten kistenweise mitbringen (“du isst das schon, Kind”). Bei ihr haben die vielen Zucchinis beim letzten Elternbesuch zu einer kleinen Beziehungskrise geführt. Weil: Essen wegwerfen – eine Schande! Jaja, ich hab schon gefragt, aber leider wohnen ihre Eltern mehr als 50 km weg.

Dann kommt handwerklich-rustikales zum Selbermachen: (Gummistiefel)ständer aus alten Zaunpfählen, Astgabelhaken, Pfeffermühlen für Männer mit eigener Drehbank und dann: Kettenstricken. Genial! Das ist mal echt was für die Schule. Die Stricklieseln lass ich im Werkraum bei uns herstellen… Projektwoche, du bist gesichert! Kleiderbordüren häkeln (naja), Strickjacke und Schultertücher stricken, Küche umbauen (nö, meine ist total modern, eisblau und viel schöner!).. Dazu ansprechende Herbstkochrezepte und die Geschichte der Champagner Bratbirne… Wer’s liest! Richtiges Messerschleifen vom Profi gezeigt, Motto: Einfach hin und her! Kartoffelfeuer, der Haferlschuh, der Dackel (jawoll! völlig unterschätzt die Rasse…), Weinlese und wie man Reben bindet und Schäfer in der Lüneburger Heide. Daran elegant anschließend kommen noch Urlaubs-, Veranstaltungs- und Herstellertips (vielleicht schaffe ich für den Schulgarten ein Igel-Ritz – ich hab auch eine Sekunde gebraucht – Ritz, das Hotel – an? Mist, da fällt mir ein, in der Projektwoche wollte ich ja schon ein Insektenhotel bauen). Ob sich das mit dem Kettenschmuck kombinieren lässt? Aber jedenfalls ist für jedem der sowas mag was dabei und besonders witzig fand ich die Essigmutter – hatte ich früher auch, so als Kombucha. Schaurig schön! Das hätte ich aber mal früher ansetzen müssen…

http://www.monika-web.de/hp_essig/apfelessig.html

Vorschau auf Morgen: Slow Food – meine Bewegung

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